Triathlon statt Therapie

Er will ganz groß hinaus – mit eisernem Willen, einer Menge Disziplin und enormem Kampfgeist. Sport gehörte schon immer zu Florian Brungrabers größten Hobbies. Der 33-jährige Österreicher landete nach Mountainbiking, Motocross, Laufen und Snowboarden irgendwann beim Paragleiten. Mit Mitte 20 sorgten Abenteuerlust und Freiheitsdrang für seine Begeisterung an diesem waghalsigen Sport. Doch 2011 kam die einschneidende Wendung: ein schwerer Unfall mit schweren Verletzungen an der Wirbelsäule. Die Folge: eine inkomplette Querschnittslähmung, die Florian an den Rollstuhl fesselt. Zweifel kamen auf: „Zuerst dachte ich, Sport könne von nun an kein Thema mehr sein. Aber ich verbrachte viele Monate mit Rehamaßnahmen und stundenlangem Training. Irgendwann kam der Spaß an der Bewegung zurück.“ Schwimmen wurde Florians Steckenpferd, denn da sind die Unterschiede zu gesunden Sportlern am geringsten. Nachdem er dann auch viel mit dem Handbike unterwegs war, fehlte eigentlich nur noch der Rennrollstuhl, um alle Disziplinen eines Triathlons abdecken zu können.

Bild: triyourlife

 

 

Nur 2,5 Jahre nach seinem Unfall feierte Florian sein Debüt als Triathlet auf der Sprintdistanz beim Linztriathlon (750m Schwimmen, 25km Handbike und 5km Rennrollstuhl). Inzwischen startet er bei mehreren Wettbewerben im Jahr – teilweise sind das spezielle Veranstaltungen für Sportler mit Handicap, meistens aber misst Florian sich mit gesunden Athleten: „Hier kann ich mir am besten beweisen, dass ich trotz meiner Beeinträchtigung ziemlich fit bin. Das Gefühl des Auspowerns bei einem Triathlon ist dabei für mich einfach überwältigend.“

Für WEKU hilft e.V. ist Florian ein ganz besonderer Mensch. Jemanden, der trotz Rollstuhl mit beiden Beinen so fest im Leben steht und sich von nichts und niemandem von seinen Zielen abbringen lässt, trifft man selten. Daher unterstützen wir Florian seit einiger Zeit. Ein neues Handbike wurde über den Verein mitfinanziert , die nächsten zwei Jahre werden wir als Florians Sponsor auftreten und ihn auch bei seinen Wettkämpfen begleiten. Das nächste große Ziel werden die Paralympics 2020. Als ersten Schritt dahin kann Florian bereits den zweiten Platz beim Eton Durney ITU Paratriathlon World Cup für sich verbuchen.